Kennelhistorie

Wir haben 2002, innerhalb von 5 Tagen, zwei Hunde bekommen. Ich hatte mir einen Labrador-Doggen Mix, der bei einem Bekannten „übrig war“, „reserviert“, als meine Stiefoma mich bat, ihre Pekingesenmix Hündin zu übernehmen. Leni konnte aufgrund ihrer zunehmenden Aufenthalte im Krankenhaus, Luzi nicht länger gerecht werden. Dies hatte ich ihr Jahre vorher zugesagt, so holten wir die zehnjährige Luzi sonntags in Kaiserslautern ab, und am darauffolgenden Freitag kam Higgins dazu.

Die beiden wuchsen zu einem richtig guten Team zusammen, auch wenn es für Luzi eine Vertreibung aus dem Elfenbeinturm (und ein sozialer Abstieg) war. Sie konnte ihr Hundedasein richtig nachholen: Kontakte knüpfen, was ihr aus Angst, dass ihr was passieren könnte, versagt war, sich schmutzigmachen, ohne Leine herumlaufen und die große weite Welt erschnüffeln.

Higgins mit seinen 44kg Muskelmasse passte immer auf, dass Luzi nichts passiert. Im Laufe der Jahre überlegte ich (Heike) oft, ob nicht ein dritter Hund sinnvoll wäre, weil wenn Luzi nicht mehr wäre, bliebe Higgins „übrig“, der bisher keinen Tag ganz allein gewesen war. Ich wollte diesmal alles „richtig“ machen: einen Hund haben, den ich nach den Kriterien aussuchen wollte, was ich dem Hund bieten kann und nicht irgendwas, was mir optisch gefällt, und der dann entweder glücklich wird – oder eben nicht. Zu diesem Zeitpunkt lebte schon meine andere (mir sehr nahestehende) Großmutter bei uns, und auch darauf hieß es Rücksicht nehmen. Damit schied etwas „higginsmäßiges“ (was Oma umwerfen könnte) ebenso aus, wie ein Hund unter Kniehöhe (der Oma zwischen die Füße läuft und sie zu Fall bringen könnte). Und dann stieß ich auf die Whippets, nicht nur optisch genau meins, sondern vor allem die Beschreibung ihres Wesens klang genau nach dem Hund, der zu Luzi und Higgins passen könnte.

So zogen Oma und ich heimlich während Gerhards Arbeitszeit los, um uns Whippets live anzuschauen. Wir fuhren nach Prag, wo gerade ein Wurf lag und es auch ein Italienisches Windspiel in der Familie gab, das hat mich auch interessiert.

Beide Rassen im direkten Vergleich, war mir klar, das Windspiel ist für unsere Konstellation viel zu zart und zerbrechlich.

An diesem Tag schlich sich unsere Éowyn (Brazoleta Sláinte Bohemia) in unsere Herzen und zog vier Wochen später ein. Higgins fand sie von der ersten Minute großartig, Luzi war nur mäßig begeistert. Da Éo sich jedoch extrem an Higgins orientierte und Luzi damit mehr ihre Ruhe genießen konnte, war das für die Hundeoma angenehm.

Meine Oma und ich besuchten nun regelmäßig Hundeausstellungen, und Éo bekam mehr Selbstvertrauen und Souveränität, was sich auch im Alltag deutlich positiv auswirkte. Ihr Mutterinstinkt war extrem, alles was ich nach Hause brachte, wurde betüddelt. Ob Katze oder Waisenschaf, alle profitierten von dieser Übermutti. Im Laufe der Zeit, als wir Èowyn immer mehr „verfielen“, und Luzi leider verstorben war, haben wir überlegt, was wäre denn wenn wir einen Wurf mit Éowyn machen?
Und so zog Crockett im September 2008 bei uns ein, als wir eigentlich auf der Suche nach eine Deckrüden waren.

Es war klar, dass wir die Zucht nur über einen dem VDH unterstellten Verein realisieren wollten. Die Vereine außerhalb haben weniger, und leichter zu erfüllende Auflagen an Zuchtstätte und Züchter. Deren Statuten waren für mich teilweise überhaupt nicht nachvollziehbar. Somit wurden wir 2010 Mitglied im Whippet Club Deutschland e.V., nachdem wir uns monatelang über einen Kennelnamen den Kopf zerbrochen haben. Das war gar nicht so einfach, denn zu regional wollten wir nicht bleiben, etwas Englisches sollte es sein, da es sich um einen englische Rasse handelt, Manches war in ähnlicher Form bereits international geschützt, Anderes hatte eine Assoziation, die man missverstehen konnte, „Soulmates“ gefiel Gerhard nicht, es war wirklich schwierig.

Und dann ging ich an einem meiner Lieblingsorte spazieren und entdeckte auf einer Tafel die englische Beschreibung für Touristen.

Der große Pfahl bei Viechtach wird dort mit PALLID für blass und fahl übersetzt – und da hat es mich wie ein Blitz getroffen. Der helle gezackte Rücken aus Quarzgestein gab Anlass für die Sage um einen Drachen, der den Schatz der Kristallfee bewacht. Drachen sind in anderen Kulturen Glücksbringer, was lag also näher, als dies in unserem Kennelnamen zu verbinden?
So reichten wir den Namen in verschiedenen Variationen bei der FCI ein, und der Name PALLID DRAGON wurde international für uns geschützt.

Im Januar 2011 fiel dann der erste Wurf, die Pallid Dragon A-linge wurden geboren